Rhinitis: Diagnose
Rhinitis acuta (Synonym: Schnupfen, Common Cold, Coryza)
Ursachen
Viruserkrankung (Rhino-, Adeno-, Echo- u. a. Viren) oder als Begleiterkrankung bei Infektionskrankheiten (Grippe, Scharlach, Varizellen, Masern, Pertussis, Typhus, Diphtherie, Pocken, Poliomyelitis, Meningitis epidemica) mit Befall der Nasen- und Nasennebenhöhlenschleimhaut. Tritt nach Kontaktinfektion (Tröpfchenübertragung mit Inkubationszeit von 12 Sunden bis 3 Tagen) auf. Verkühlung ohne Virus ergibt noch keinen Schnupfen. Häufig bakterielle Superinfektion.
Prädisposition
- Lokalfaktoren wie Nasenseptumdeviation, Rachenmandelhyperplasie oder Stoffwechselstörungen
- Stress
- Konstitution
- Allergie
Symptome
Initial
- Niesen, Hüsteln, Kratzen im Rachen
- Kopfschmerz, Abgeschlagenheit, selten Fieber
Später
- Beidseitig "verstopfte Nase" durch virale Schleimhautschädigung und entzündungsbedingte Anschwellung der Nasenschleimhaut
- Reichlich wässriges Nasensekret, das innerhalb von 2-3 Tagen durch vermehrte Aktivität der Becherzellen in ein dickes, zähes Sekret übergeht
- Vermindertes Riechvermögen (respiratorische Hyp-Anosmie)
- Häufig schleimig-eitrig werdendes Sekret (bakterielle Superinfektion; Nur 5-10 % der Atemwegsinfektionen sind primär bakteriell verursacht)
- Ausheilung erfolgt innerhalb von 8-10 Tagen, eine länger dauernde Immunität wird nicht erworben.
Komplikationen
- Eitrige Nasennebenhöhlenentzündung (am häufigsten Sinusitis ethmoidalis und maxillaris) durch Obstruktion physiologischer Öffnungen; eine katarrhalische Begleitsinusitis ist fast immer vorhanden, aber meist asymptomatisch
- Akuter Tuben-Mittelohrkatarrh
- Eitrige Mittelohrentzündung (besonders bei Kleinkindern)
- Pharyngolaryngitis
- Tracheobronchitis
Rhinopharyngitis acuta
Banale und häufig auftretende Entzündung der oberen Luftwege, d. h. der Nasenschleimhaut, der Pharynxschleimhaut und der adenoiden Vegetationen.
Ätiologie
Wie bei Rhinitis acuta meist Virusinfektion und auch Begleiterkrankung bei Infektionserkrankungen
Begünstigende Faktoren
- Exogene Schädigung der Schleimhäute durch trockene, heiße oder verunreinigte Luft
- Rauchen
- Konstitutionelle Schleimhautreaktion
- Allergie
- Stoffwechsel- oder hormonelle Störungen
- Hyperplasie der Rachenmandeln bei Kindern
- "Erkältung"
Symptome
- Plötzlicher Beginn
- Kaum erhöhte Körpertemperatur, bei Kindern jedoch oft zwischen 39° und 40° C
- Entzündliche Rötung des Naso- und Oropharynx
- Pharyngeale Hypersekretion, häufig Schleim-Eiterstraße an der Rachenhinterwand, Schnupfen, Schluckbeschwerden, Räuspern
Verlauf
Meist harmlos, bei entsprechender Behandlung immer Heilung
Komplikationen im HNO-Bereich
- Tuben-, Mittelohrentzündung
- Sinusitiden
- Absteigen der Entzündung: Laryngitis, Tracheitis, Bronchitis
Die Infekte hinterlassen keine lange dauernde Immunität. Rezidivierende Infekte der Nasenschleimhaut, speziell bei Kindern, sind durch die Vielzahl der Rhinoviren, die keine Kreuzimmunität vermitteln, bedingt. Bei mehr als 8 klinisch apparenten Atemwegsinfektionen pro Jahr spricht man vom "infektanfälligen" Kind. Diese Kinder sind meistens ½ bis 3 Jahre alt.
| Risikofaktoren für bakterielle Superinfektion |
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Merke
Bei einer Rhinopharyngitis sollte stets an Prodromi von Kinderkrankheiten gedacht werden, insbesondere an Masern (Kopliksche Flecken) und Keuchhusten (Differenzialblutbild etc.).
Prognose
Die Prognose der unkomplizierten Atemwegsinfektion ist auch im Falle von rezidivierenden Atemwegsinfektionen fast immer gut.
Letztes Update:24 Februar, 2009 - 14:26








